Rock am Hügel 2018

Greußen 13.-14.7.2018

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 Ganze Heerscharen aller Altersklassen wälzten sich über den staubtrockenen Rasen auf den Warthügel in Greußen.

Blauer Himmel mit Sonnenschein, einige Federwölkchen und ein heißer Saharawind, der die Besucher beim Aufstieg ins Schwitzen brachte. Genauso heiß ging es dieses Mal auf dem Musikfestival her. Los ging es wie üblich mit der eigens komponierten „Rock am Hügel“-Hymne. Gefolgt von „Cube Royal“ aus Weimar. Als dritte Band folgt mit dem 76-jährigen Wilfried (Willi) Woigk aus Gotha „The Polars“ – die älteste Rockband Thüringens .

Rock am Hügel 2018

Rock am Hügel 2018 Fotos: P.Georgi

 Zu DDR-Zeiten, die Polars wurden 1962 gegründet, galten sie als erste „Beat-Gruppe“ der DDR. Eigentlich gründeten sich die Polars schon im Jahre 1959 als Schülerband der Salzmann-Oberschule in Schnepfenthal. Damals noch unter dem Namen „Puzzi-Band“. Drei Jahre später wurde dann der Namenswechsel vollzogen. Die Polars gelten heute als die älteste Rockband in den neuen Bundesländern. Die Polars spielen ja nach Erfordernissen in Trio-, Quartett- oder Quintett- Besetzung. Die Band wurde in der DDR mehrfach verboten und umbenannt, Willi hielt lange Jahre trotz Bedrängens durch die Stasi durch. Nach mehreren Ausreiseanträgen ließ man ihn 1988 an den Bodensee auswandern. Seit der Wende wieder in Gotha, steht er mit seiner Band nun hier auf dem Warthügel und begeistert die Hügel-Gäste. „Ich bin gerne hier in Greußen“, sagte er, „schon zu DDR-Zeiten im Kulturhaus, das waren schöne Konzerte. Hier bei euch, da war immer was los. Und hier der Hügel, das ist schon ein besonderer Ort, hier kann man in die Ferne sehen, hier ist alles offen und die Stimmung passt.“ Und warum jetzt wieder Greußen? „Cocker hatte mich angerufen, wir kennen uns aus DDR-Zeiten.

Das verbindet und wie gesagt, zu Freunden kommt man gerne“, sagte Willi Woigk. Und so rockten sie lange am Abend vor den überaus zahlreichen Besuchern. Ihnen folgten weitere vier Bands. „The NAG“ aus Weimar hat in ihrer Vorstellung geschrieben, „Abrocken bis der Arzt kommt“. Der kam glücklicherweise nicht. Wie schon in den vergangen Jahres angewendet, wechselten die Auftritte und die Bühnen. Somit ging es für die Besucher ohne Soundcheck und ohne Pausen bis weit in den Morgen des neuen Tages hinein.

Zwischendurch moderierten Anny Krieg und Norbert Kroll. Für die flüssige und feste Stärkung war ausreichend gesorgt. Der Shuttle-Bus hatte keine Ruhepause, wie auch die vielen unermüdlichen Helfer an den Theken und im Hintergrund. Die Mitglieder der Greußener Feuerwehr sicherten – wie schon am Freitag zur DJ-Nacht – das Gelände. Sie kontrollierten auch die Wege zum Hügel, da es hier wie in einer südländischen Steppe aussah. Die Bauern hatten zuvor die angrenzenden Felder gegrubbert, um eine mögliche Brandgefahr von vornherein zu minimieren. An den Einlässen wurden hin wieder Gäste durch das Sicherheitspersonal wieder weggeschickt, wenn die Jugendlichen unter 16 Jahren ohne Begleitung durch erziehungsberechtigte Personen Eintritt verlangten. Die meisten von ihnen trugen den vorgeschriebenen „Muttizettel“ im Sinne des Jugendschutzgesetzes allerdings bei sich und waren in Begleitung eines Erwachsenen zum Konzert gekommen.

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(PG)