Funkenburgfest als Familientag

Westgreußen 08.06.2014

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Morgendliches Kaiserwetter, keine Wolke am Himmel, dabei öffnete Wolfgard Müller am Pfingstsonntag die schwere Palisadentür, zur Funkenburg.

Die ersten Besucher warteten schon, das war dann auch schon der Ansturm auf die rekonstruierte Germanensiedlung.


Die Vereinsmitglieder hatten alles bestens vorbereitet.
Auf dem Gelände hatten sich mehrere Germanengruppen eingenistet.
Sie kamen aus Geithain, Dessau, Wingerode, Meinigen und aus der Nähe von Frankfurt am Main.
In Zelten oder auch in den authentisch hergerichteten Lehmhäusen wohnten sie und zeigten den Besuchern, wie unsere Vorfahren vor rund 2000 Jahren hier gelebt haben.

Dabei wird stilechte Kleidung getragen.
Leder, Leinen und Wolle, das wird selber zugerichtet und hergestellt.
Gerade bei der Wolle erfolgte auch das Einfärben durch natürliche Früchte, wie Holunder, in verschiedenen Wallnusstöne und mit Birkenblättern.
Auch das Färberwaid, was sogar waschmaschinenfest ist, wird eingesetzt.
Der fertige Faden wird dann beim Nadelbinden (spiralförmig in Schlingelketten gelegt) zu Wollsachen verarbeitet.

Funkenburgfest als Familientag 08.06.2014

Funkenburgfest als Familientag Westgreußen 08.06.2014 Fotos: P.Georgi

 An anderer Stelle wird an einer Ledertasche ein Lederriemen angenäht.
Die Schnalle ist eine Nachbildung einer im Nydaner Moor, Südjütland, gefundenen.
Auch sie wurde hier auf der Funkenburg durch die Mitglieder gefertigt.
Für die Tongefäße gab es Deckel aus Leder mit einem Zurrfaden.
Wieder an anderer Stelle werden Essgegenstände aus Holz gestochen.
Drechseln gab es damals noch nicht.

Wegen der enormen Hitze, bewegten sich alle gemächlich.
Das ist in unserer heutigen Schnelllebigkeit zu vergleichen, mit dem tatsächlichen damaligen Leben.
Zuerst kam die Nahrungssuche und deren Verarbeitung. Dann wurde für die Familie gesorgt.
Für die Männer war dann die Bewaffnung wichtig um Haus und Familie zu verteidigen.
Auch dabei wird viel handwerkliches Geschick benötigt.
All dies wurde vorgeführt.
Wie immer werden am Burgeigenen Lehmbackofen Fladen zubereitet und mit Schmalz bestrichen.
Auch bei den heißen Lufttemperaturen schmeckt das herrlich.
Der germanische Familientag ging am Abend ganz gemächlich zu Ende.

An diesem Pfingstsonntag gab es zu viele Veranstaltungen in Rufweite von Westgreußen.
Somit blieben die Germanen vielfach unter sich, bei Lagerfeuer, selbst Gebranntem und urigen Geschichten hielten sie es bis zum Morgengrauen aus.
Das ist gelebte Lagerfeuerromantik.
In ihren Erzählungen war zu erfahren, dass sie im normalen Leben ganz unterschiedliche Berufe haben und hier auf der Funkenburg in ein ihnen angenehmes fremdes Leben schlüpfen.

 

 (PG)

 

 

 

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